Künstlermedaillen

Vier Künstlerinnen ehren Else Lasker-Schüler zum 150. Geburtstag



Von den exilierten deutschen Künstlerinnen dürfte Else Lasker-Schüler noch immer eine der aktuellsten sein. Zeitlos modern. Sie wurde vor 150 Jahren am 11. Februar 1869 in Wuppertal geboren und gilt nicht nur als die wichtigste expressionistische Lyrikerin, sondern war auch die erste Performerin als „Prinz Jussuf von Theben“, „blauer Jaguar“, „Fakir“ oder „Indianer“.

Eine Grenzgängerin zwischen Kunst und Leben. Ihr Werk – Gedichte, drei Theaterstücke, Romane und ein umfangreiches zeichnerisches Oeuvre – prägte die deutsche Avantgarde des 20. Jahrhunderts. Bis heute werden ihre Bühnenwerke inszeniert und vertonen immer wieder Komponisten – mehr als 350 bislang – ihre Gedichte. Else Lasker-Schüler war Symbolfigur für die Befreiung aus den bürgerlichen Zwängen des 19. und 20. Jahrhunderts. Indem sie erotische Sehnsüchte der Frau thematisierte, überschritt sie Denkbarrieren und trat für deren Befreiung ein.

Aus dem Ersttagsblatt
der Sondermarke vom 7.2.2019 Else Lasker-Schüler

Mit freundlicher Genehmigung
von Hajo Jahn, Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft Wuppertal

ELSE LASKER-SCHÜLER IM ALTER IN PALÄSTINA

Die Medaille befasst sich mit dem letzten Lebensabschnitt von E.L.S. In Anlehnung an ein Foto von ihr, aufgenommen kurz vor ihrem ersten Palästinaaufenthalt mit Mitte 60 habe ich das Portrait erstellt. Zu dieser Zeit ist Palästina noch DER Sehnsuchtsort, ihr Hebräerland. Die orientalische Stadtansicht, die mehrfach in verschiedenen Versionen auf ihren Zeichnungen dargestellt wird, unterstützt diese Sehnsucht. Das Zitat entstammt ihrem Gedicht „Jerusalem“, erschienen 1943 im Band „Mein blaues Klavier“. Die Anfangszeilen erinnern an die biblische Schöpfungsgeschichte und die Topografie der Stadt. Zwischen der biblischen Geschichte und der Gegenwart Israels stehen die Erfahrungen des Exils, das ihres Volkes und ihr eigenes.

Mit der Medaille möchte ich einen Bogen spannen zwischen ihrer hoffnungsvollen Ankunft in Palästina und ihrer späteren schwierigen Exilzeit.

von Lucia M. Hardegen, Bonn

Medaillenpreise (Auflage 20 Expl.):

  • Br-Guss patiniert 10 x 11,5 cm 260,- Euro

Die verscheuchte Dichterin

Ich habe als Vorlage für meine plastische Arbeit ihr Bild "DIE VERSCHEUCHTE DICHTERIN" gewählt, um 1930 entstanden; Der von E.L.S. zitierte Text im unteren Bilddrittel ist aus ihrem ersten Gedichtband STYX (Gedicht „Müde“) von 1902, also aus den jungen Jahren.

von Lucia M. Hardegen, Bonn

Dieses Bild hat E.L.S. nachweislich immer bei sich behalten bis ans Lebensende, zwischenzeitlich mit für sie wichtigen Jahresdaten von ihr ergänzt. Es bedeutete für sie wohl so etwas wie die „Quintessenz“ ihres Lebens.

Ein Teil dieser Kunstguss Medaille (Hardegen / Kill) ist farbig gefasst – so unkonventionell wie Leben, Werk und die Person von Else Lasker-Schüler.

Es ist die erste so malerisch gestaltete Medaille, eine Innovation.

von Agatha Kill, Südpfalz Palatina, früher Köln

Die Vorderseite ist von Lucia Maria Hardegen gestaltet
Die Rückseite von Agatha Kill

Medaillenpreise (Auflage 20 Expl.):

  • Bronzeguss ca.12cm 260,- Euro 
  • farbig gefasst 320,- Euro

Das blaue Klavier

Man muss nur lange genug arbeiten, dann kommt man schon zu dem, was man will.

Der „Prinz von Theben“ als Rückseite und das fein ausgearbeitete Portrait mit der spiegelverkehrten Schrift zum „blauen Klavier“, das ist meine Medaille zu Else Lasker-Schüler, in Silber, Bronze und Eisen. Ich habe nach einem ganz normalen Porträtfoto aus der Zeit um 1910/1920 gesucht und fand das Foto mit der Baskenmütze, welches mich sehr an mich im Studium erinnerte.

Lange habe ich an diesem Ausdruck gearbeitet. In Gedanken sagte ich mir immer „das blaue Klavier“ auf. Diese Erinnerung an eine andere Zeit habe ich unleserlich als Spiegelschrift um das träumende Portrait graviert:

Ich habe zu Hause ein blaues Klavier – und kenne doch keine Note. …Es steht im Dunkel der Kellertür, seitdem die Welt verrohte. Es spielten Sternenbände vier – die Mondfrau sang im Boote. Nun tanzen die Ratten im Geklirr. Zerbrochen ist die Klaviatur. Ich beweine die blaue Tote. Ach liebe Engel öffnet mir – ich aß vom bitteren Brote – Mir lebend schon die Himmelstür, auch wider dem Verbote.

Die Zeichnung auf der Rückseite ist ein Fragment des „Prinz von Theben“ und gehört in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg.
„Tino von Bagdad“, „Prinz von Theben“, „Jussuf“ ist eine Auseinandersetzung mit dem eigenen ICH.

Das war mal so eine Anfangsidee – komisch, dass ich darauf wieder zurückkam. Ihre Zeichnungen sind wunderbar – gefallen mir fast besser, als ihre Gedichte.

von Franziska Schwarzbach, Berlin

Medaillenpreise (Auflage 20 Expl.):

  • Bronzeguss 10,6 x 9cm 260,- Euro 
  • Eisenguss 250,- Euro

ELSE LASKER SCHÜLER – in ZÜRICH

Liest man das Buch „Viele waren sehr gut zu mir“ von Ute Kröger über Else Lasker-Schüler in der Schweiz, entsteht das Bild einer etwas weltfremden, exzentrischen und fordernden Person mit viel Charme, die es verstand, Menschen um den Finger zu wickeln. Sie lebte 1917-1933 unregelmäßig und ab 1933 hauptsächlich in der Schweiz, mit Abstechern nach Palästina. In dieser Zeit zeichnete sie viel und schrieb das Buch Hebräerland sowie Bühnenstücke.

Die Bildseite thematisiert das unterwegs sein der Dichterin symbolisch mit einem Koffer. Dieser ist mit Texten, einem Ölportrait der älteren Künstlerin mit ihrer unvermeidlichen Kopfbedeckung, einem Zeichenstift, einem Füller und einem Stück Textil bepackt. Während ihrer Jahre in Zürich und Ascona stellte sie immer wieder Koffer an verschiedenen Orten unter.

Die Textseite der Medaille widmet sich einem Zitat aus ihren Zürcher Tagebuchblättern: 

„So leb ich hier seit ich rautschgeflogen vor 5 einviertel Jahr, o Grautsch! Schautsch auf den Zürichsee, auf seine Wogen / Fürwahr so schlecht war nicht der Tautsch“ 

Als weiteres Ereignis ihrer Schweizer Zeit sind ihre Lebenszahlen angegeben. Das offizielle Geburtsdatum hat sie zweimal nach oben korrigiert, um bei den Behörden als jünger zu gelten. 

von Maya Graber, Schweiz

Medaillenpreise (Auflage 20 Expl.):

  • Bronzeguss ca. 10 – 12cm 260,- Euro

Wir freuen uns über Ihre BEstellung an:

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